Der Ringer-Weltverband FILA hat neue Regelauslegungen bekanntgegeben, die im Deutschen Ringerbund bei den Einzelmeisterschaften 2012 ab sofort voll umfänglich angewandt werden. Davon ist insbesondere der griechisch-römischen Stil betroffen, denn zu Beginn jeder Kampfrunde müssen sich die Ringer in einer „Brust an Brust – Position“ befinden, damit der Kampfrichter den Kampf anpfeifen kann. Dabei stehen die Ringer mit allen Füßen im zentralen Kreis und nehmen die Position ein. |
Während des Kampfs muss der Kampfrichter fordern, dass die Ringer während der ganzen Zeit Kontakt haben. Dabei müssen die Kampfrichter darauf achten, dass die Ringer nicht ständig an den Fingern fassen, keine ständigen Blockaden verursachen und den Kopf nicht auf der Brust auflegen. Die rote Passivitätszone wird strenger berücksichtigt. Es ist den Ringern nicht erlaubt, wiederholt oder mehrfach in die rote Zone zu kehren. Diese passive Vorgehensweise muss der Kampfrichter zunächst freundlich durch Unterbrechen des Kampfes und ermahnen des Ringers sanktionieren. Beim zweiten Vergehen folgen Verwarnungen und Punkte. Der Kampfrichter muss die Ringer verstärkt auf die Passivitätszone mit „Rot oder Blau“ hinweisen. Wenn ein Ringer innerhalb der Kampfzeit von 1:30 Minuten im Griechisch-römisch einen oder mehrere Punkte erzielt hat, so ist sein Gegner am der eineinhalb Minuten nicht mehr in die Bodenlage zu beordern. Die Entscheidung zielt darauf ab, 30 Sekunden negativen Ringkampf zur Beendigung des Kampfes zu vermeiden. Der Kampf wird dann ohne Unterbrechung fortgesetzt. Steht es nach eineinhalb Minuten 0:0 wird die Wahl der Bodenlage durch die Loskugeln entschieden. Die Auslosung wird mit zwei Kugeln jeder Farbe vollzogen. Danach muss die Kugel aus der Box entfernt werden, um den Druck auf die Ringer zu erhöhen, sich dem Kampf zu stellen. Folglich liegen bei einer weiteren Kampfrunde ohne technische Punkte nur noch drei Kugeln (davon zwei einer Farbe) in der Box. Während der angeordneten Bodenlage muss der Obermann seine Hände auf den Schultern des Gegners haben damit der Kampfrichter anpfeifen kann. Der Kampfrichter pfeift den Kampf erst an, wenn die Hände mit einem deutlichen Stillstand aufgelegt sind. Der Obermann muss bei der Einnahme der angeordneten Bodenlage sich hinter seinem Gegner positionieren, indem er mit maximal einem Knie die Matte berührt oder kann auch alternativ bei der Einnahme stehen. Die Möglichkeit des „verkehrten Aushebers“ bleibt weiterhin unverändert bestehen. Es wird daran erinnert, dass folgende Situationen für den Untermann in der Bodenlage im Griechisch-römisch weiterhin nicht erlaubt sind: - nicht nach vorne wegzuspringen - oder bei der weiteren Verteidigung sich ständig nach vorne mit einem „schwimmen“ zu entziehen - die Beine anzuheben oder anzuwinkeln Im Freistil muss der Losgewinner die Beinfassung beim Stand von 0:0 nach zwei Minuten mit einem deutlichen Zusammenfassen des gegnerischen Beines einnehmen, damit der Kampfrichter pfeift. Die Regelauslegungen bei den Europa- und Weltmeisterschaften sowie dem Olympiatestturnier in London haben deutlich bestätigt, dass sich sobald ein Ringer bei der Beinfassung auf das Gesäß absetzt (auch ohne abstützen) sofort ein Punkt für den Gegner ausgesprochen wird und die Kampfrunde damit beendet ist. |